ONLY FOR ME

Johann Wolfgang von Goethe

 

Dunkel war's, der Mond schien helle,

Schneebedeckt die grüne Flur,

Als ein Auto blitzesschnelle

Langsam um die Ecke fuhr.

 

Drinnen saßen stehend Leute

Schweigend ins Gespräch vertieft,

Als ein totgeschossner Hase

Auf der Sandbank Schlittschuh lief.

 

Und der Wagen fuhr im Trabe

Rückwärts einen Berg hinauf.

Droben zog ein alter Rabe

Grade eine Turmuhr auf.

 

Ringsumher herrscht tiefes Schweigen

Und mit fürchterlichem Krach

Spielen in des Grases Zweigen

Zwei Kamele lautlos Schach.

 

 

Und auf einer roten Bank,

Die blau angestrichen war

Saß ein blondgelockter Jüngling

Mit kohlrabenschwarzem Haar.

 

Neben ihm 'ne alte Schachtel,

Zählte kaum erst sechzehn Jahr,

Und sie aß ein Butterbrot,

Das mit Schmalz bestrichen war.

 

Oben auf dem Apfelbaume,

Der sehr süße Birnen trug,

Hing des Frühlings letzte Pflaume

Und an Nüssen noch genug.

Von der regennassen Straße
Wirbelte der Staub empor.
Und ein Junge bei der Hitze
Mächtig an den Ohren fror.

 

 

Beide Hände in den Taschen

Hielt er sich die Augen zu.

Denn er konnte nicht ertragen,

Wie nach Veilchen roch die Kuh.

 

Und zwei Fische liefen munter

Durch das blaue Kornfeld hin.

Endlich ging die Sonne unter

Und der graue Tag erschien.

 

Dies Gedicht schrieb Wolfgang Goethe

Abends in der Morgenröte,

Als er auf dem Nachttopf saß

Und seine Morgenzeitung las.

Auszug aus der Bhagavad Gita

 

Wer nachsinnt dieser Sinnenwelt

der wird auch bald ihr zugeneigt.

 

Aus Neigung dann entsteht Begier

und aus Begier wird Zorn erzeugt.

 

Der Zorn dann wieder schafft den Wahn.

Der Wahn Gedächtnisstörung schafft.

 

Gedächtnisschwund trübt die Vernunft.

Fehlt sie, versiegt des Denkens Kraft.

 

Doch wer von Hass und Liebe frei

betrachtet diese Sinnenwelt,

 

der kommt zu stiller Heiterkeit,

wenn Selbstzucht seinen Weg erhellt.


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